CDU vertritt eigene Ansicht!

In der Gemeindratssitzung vom 15.10.2019 war über den Antrag der SPD-Fraktion zu entscheiden, den Grundschülern bei der Einschulung als kommunales Einschulungsgeschenk eine Brotzeitdose aus Edelstahl zu übergeben.

Umwelt- und Klimaschutz genießen derzeit eine besondere Bedeutung in der öffentlichen Wahrnehmung – das ist richtig und wichtig! Deshalb haben wir die Grundsatzdiskussion hierüber begrüßt.

Wir haben zu Bedenken gegeben, dass die derzeitige und vermutlich auch die kommende Elterngeneration ausreichend mit Produkten von Tupperware & Co. ausgestattet sei. Eltern würden gerne zum Schulranzen auch das passende Mäppchen nebst Brotzeitdose usw. kaufen. Wir haben die Frage aufgeworfen, welches Signal wir hier senden wollen? Sollen bereits vorhandene Hartboxen aus Kunststoff im Müll landen?

Zunächst hielten wir es für geboten, im Gespräch mit der Schulleitung zu erfahren, welches pädagogische Konzept im Hinblick auf Umwelt- und Klimaschutz dort bereits vorliegt und angewandt wird.
Soweit die Ausgabe von Brotzeitdosen in ein pädagogisches Konzept der Schule hineinpasst, haben wir unsere Zustimmung hierzu in Aussicht gestellt.

Nach unserer Meinung sollte sich der Gemeinderat grundsätzlich damit zurückhalten, quasi von „oben herab“ Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz zu verordnen, sondern vielmehr das Gespräch mit der Schulleitung suchen und unserer Schule die Gelegenheit geben, mit den schulischen Organen wie Lehrer- und Schulkonferenz und unter Einbeziehung der Elternvertretung ein ausgewogenes, pädagogisches Konzept zu entwickeln oder weiterzuentwickeln und im Gemeinderat vorzustellen.

Uns wäre wichtig – soweit noch nicht geschehen – dass eine Verzahnung von Kindergärten und Schule zum Thema Umwelt- und Klimaschutz stattfindet.

Vor der Sommerpause fand im Kindergarten St. Franziskus eine Projektwoche zum Thema Abfall statt. Am Ende dieser Projektwoche stand eine Ausstellung, die sich jeder Interessierte anschauen konnte.
Wir glauben, dass dies der richtige Ansatz ist: Grundstocklegung im Kindergarten und Vertiefung in der Schule.

Wir haben die Frage aufgeworfen, ob mit dem Antrag der SPD-Fraktion hier wirklich ein drängendes Thema unserer Schule aufgegriffen wird.

Für uns würden sich die folgenden Fragen sehr viel dringender stellen:

 Wo und wie kann die Gemeinde Kronau unsere Schule noch besser unterstützen?

 Ist unsere Schule ausreichend ausgestattet, um ihre Aufgaben zu erfüllen?

 Wie können wir erreichen, dass unsere Kinder selbständig ihren Schulweg meistern?

 Wäre die Einführung des sog. Elternbusses eine Möglichkeit hier unterstützend tätig zu werden? (Beim sogenannten Elternbus treffen sich die Kinder an einer öffentlichen Bushaltestelle und werden dort von einem oder mehreren, freiwillig tätigen Erwachsenen zu Fuß an die Schule begleitet. Umgekehrt funktioniert der Heimweg.)

 Welche Maßnahmen sind ggf. erforderlich, um den Schulweg (noch) sicherer zu machen und wie sind die Maßnahmen im Sanierungsgebiet Mitte-Ost hierauf abzustimmen?

 Wäre die Ausweisung eines Parkverbots z.B. Montag bis Freitag von 7:00 Uhr bis 16:00 Uhr gegenüber vom Festplatze (entlang des Fußballplatzes) eine geeignete Maßnahme?

 Würde die Installierung von Verkehrshelfern (im Volksmund als Schülerlotsen bekannt), die sich aus Freiwilligen aus der Elternschaft und/oder Senioren rekrutieren, in unserer Gemeinde sinnhaft sein und den Schulweg sicherer machen?

Wir haben unsere Auffassung vorgetragen, dass es geboten ist, mit der Schulleitung nicht nur die Maßnahme aus dem SPD-Antrag zu besprechen, sondern die von uns aufgeworfenen Fragen ebenfalls. Dies haben wir schließlich als Antrag formuliert.
Wir wollten der Schule ausreichend Gelegenheit gegeben, sich mit den Fragestellungen auseinanderzusetzen und sich mit den zuständigen Gremien innerhalb der Schule zu besprechen.
Der Antrag unserer Fraktion wurde mit der Stimmenmehrheit der anderen Fraktionen abgelehnt.
Stefan Mächtel

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